Opernforschung
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Prof. Dr. Arnold Jacobshagen

 



Kastraten in der Oper

Der aktuelle Stand der Forschung

Internationale Konferenz, 24. - 27. November 2020

Villa Vigoni


Wissenschaftliche Leitung

Valentina Anzani (Bologna), Arnold Jacobshagen (Köln)

 

 

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Castrato Singers in Opera
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I castrati del teatro d'opera
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Kastraten in der Oper
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Eine eigene Wissenschaftsdisziplin der Kastratenforschungsrichtung existiert derzeit noch nicht, doch die Zahl der Historiker, Musikwissenschaftler und Soziologen, die sich dem europäischen Phänomen der kastrierten Opernsänger der Vergangenheit widmen, hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Daher scheint es an der Zeit, ein transnationales und interdisziplinäres Netzwerk der Diskussion und des Austauschs zu diesem Forschungsfeld zu entwickeln. Mit diesem Ziel werden wir international renommierte deutsche, italienische, englische, französische, österreichische und amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten und mit unterschiedlichen Ansätzen und Methoden der Kastratenforschung im November 2020 in der Villa Vigoni miteinander ins Gespräch bringen. Das Umfeld der Villa Vigoni, des deutsch-italienischen Exzellenzzentrums für Europa, erweist sich als ideal, um den Austausch über die aktuellen Forschungsprojekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ermöglichen und wertvolle interdisziplinäre Ergebnisse u.a. in den Bereichen Musikgeschichte, Kulturgeschichte, Sozialgeschichte, Musikalische Aufführungspraxis, Gender Studies und Queer Studies zu fördern.

Kastraten dominierten das europäische Musikleben vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert als die begehrtesten Vokalisten. Von Lissabon bis St. Petersburg, von Stockholm bis Korfu waren sie die Protagonisten in der Oper und darüber hinaus in katholischen Ländern auch in der Kirchenmusik. Aufgrund ihrer körperlichen Disposition waren Kastraten in der Gesellschaft zwar nur eine Randerscheinung, aber für die Entwicklung der Musikgeschichte von zentraler Bedeutung. Ihr allmähliches Verschwinden im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts fiel mit einer Damnatio memoriae in der Musikforschung zusammen, die fast ein Jahrhundert lang andauerte. Erst in den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an den Kastratensängern nicht nur in den Musikwissenschaften, sondern auch in den Gesellschafts- und Kulturwissenschaften auch in Bezug auf die aktuellen Anforderungen an nichtbinäre Geschlechterkonzeptionen erwachsen. Daher vervielfältigen sich derzeit die Standpunkte zu diesem Phänomen, wobei die künstlerischen Biographien dieser Sängerinnen und Sänger, ihre stimmlichen Qualitäten, die für sie geschriebene Musik, aber auch ihr Privatleben, ihre Subjektivität, ihre Stellung in der Gesellschaft, medizinische und phoniatrische Aspekte, philosophische und satirische Perspektiven sowie religiöse und sexuelle Fragen im Mittelpunkt stehen. 

Ziel des Projekts ist es, einen umfassenden Überblick darüber zu erhalten, was es bedeutet, ein komplexes und interdisziplinäres Phänomen wie das der Kastraten in der heutigen Zeit zu untersuchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden die Ergebnisse ihrer jüngsten Forschung, die Fragen, die hinter ihren Projekten stehen, und die angewandte Methodik vorstellen. 


 


Beethoven und Rossini 

in ihrer Epoche 


Als „Epoche Beethovens und Rossinis“ bezeichnete bereits Raphael Georg Kiesewetter in seiner grundlegenden Geschichte der europäisch-abendländischen oder unserer heutigen Musik (1834) das erste Drittel des 19. Jahrhunderts. Indem sich die zeitgenössische Wahrnehmung der „epochalen“ Bedeutung beider Komponisten mit der Vorstellung zweier durch sie repräsentierter nationaler Musikrichtungen verband, wurden Beethoven und Rossini schon im 19. Jahrhundert als Antagonisten aufgefasst. Die Musikgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts leitete hieraus eine „tiefgreifende Spaltung des Musikbegriffs"  (Carl Dahlhaus 1980) ab, die bisweilen sogar mit der „ästhetischen Dichotomie von Kunst- und Unterhaltungsmusik“ in Verbindung gebracht wurde. Während die historiographische „Erfindung Beethovens und Rossinis" (Nicholas Mathew/Benjamin Walton 2013) und die Zuschreibung eines durch sie repräsentierten „Stildualismus" in den letzten Jahrzehnten in der Forschung intensiv diskutiert wurden, sind die vielfältigen in ihrer Zeit wirksamen biographischen und künstlerischen Verbindungen zwischen beiden Komponisten und ihrem Umfeld bislang erst ansatzweise erforscht. Die internationale Tagung Beethoven und Rossini in ihrer Epoche soll dazu beitragen, diese Forschungslücke zu verringern und beide Komponisten aus einer konsequent zeitgenössischen Perspektive zu betrachten.

Das internationale Symposium Beethoven und Rossini in ihrer Epoche setzt sich zum Ziel, die historischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Kontexte zu untersuchen, in die beide Komponisten zu ihren Lebzeiten eingebunden waren und die ihre Musik wesentlich prägten. Dabei sollen die spezifischen Kompositions-, Aufführungs- und Rezeptionsweisen ihrer Werke an den gemeinsamen Wirkungsorten hinterfragt und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Die Tagung findet anlässlich des 150. Todestages von Gioachino Rossini (1792-1868) statt.

Beethoven und Rossini in ihrer Epoche 

Kontexte. Komposition. Aufführung. Rezeption. Internationale Konferenz, 8.–10. November 2018 

Hochschule für Musik und Tanz Köln und Beethoven-Haus Bonn


Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Luca Aversano (Rom), Marco Beghelli (Bologna), Damien Colas (Tours), Sieghart Döhring (Bayreuth), Mark Everist (Southampton), Paolo Fabbri (Ferrara), Ingrid Fuchs (Wien), Federico Gon (Wien), Frank Hentschel (Köln), Sabine Henze-Döhring (Marburg), Stefan Irmer (Köln), Arnold Jacobshagen (Köln), Guido Johannes Joerg (Ludwigsburg), Fabian Kolb (Mainz), Axel Körner (London), Carolin Krahn (Wien), Birgit Lodes (Wien), Helga Lühning (Bonn), Sabine Meine (Köln), Leonardo Miucci (Bern), Reto Müller (Basel), Julia Ronge (Bonn), Herbert Schneider (Saarbrücken), Christine Siegert (Bonn), Rita Steblin (Wien), Melanie Unseld (Wien), Claudio Vellutini (Vancouver), Benjamin Walton (Cambridge) u.a.

Wissenschaftliche Leitung

Arnold Jacobshagen (Köln), Christine Siegert (Bonn)





Jacques Offenbach 

1819-2019

 

 

Als Komponist von mehr als 140 Bühnenwerken unterschiedlichster Genres war Jacques Offenbach (1819-1880) eine Zentralfigur der europäischen Musik- und Theatergeschichte des 19. Jahrhunderts. Geboren 1819 in Köln und gestorben 1880 in Paris, gilt Offenbach gemeinhin als „Erfinder der Operette“. Seine Werke wurden in unzählige Sprachen übersetzt und standen in ganz Europa auf den Spielplänen, nicht wenige davon bis in die Gegenwart hinein. Die internationale Konferenz „Jacques Offenbach: Kontexte – Diskurse – Analysen / Jacques Offenbach: contextes – discours – analyses“ setzt sich zum Ziel, erstmals in einem internationalen wissenschaftlichen Rahmen zentrale Forschungsfragen zu seinem Werk zu erörtern und die vielfältigen historischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Diskurse und Kontexte zu untersuchen, mit denen das Musiktheater Offenbachs verbunden ist. Angesichts der unterschiedlichen kulturellen Einflüsse in Offenbachs Werk sowie der weit über Frankreich und Deutschland hinausgehenden Rezeption seines Werks soll dabei eine transnationale europäische Perspektive eingenommen werden. Zugleich sollen die spezifischen Kompositions-, Aufführungs- und Rezeptionsweisen von Offenbachs Musiktheater hinterfragt und mit den sie prägenden Diskursen und historischen Kontexten in Beziehung gesetzt werden. Ein wesentlicher Stellenwert kommt hierbei der bislang in der Offenbach-Forschung vernachlässigten musikalischen Analyse sowie der Untersuchung der Dimensionen des Tanzes, der Inszenierung und der Verbreitung der Werke Offenbachs zu. Dabei sollen nicht nur bisherige begrenzte nationale Perspektiven überwunden, sondern auch Räume für weitergehende Diskussionen im Hinblick auf europäische Erinnerungskulturen und damit verbundene Wertungen geöffnet werden. Die Wahl der beiden Konferenzstandorte Köln und Paris, die Offenbachs Biographie und seinen künstlerischen Werdegang maßgeblich bestimmten, unterstreicht diesen Ansatz.


Offenbach, der Europäer: Musik, Theater, Gesellschaft 

Offenbach, compositeur européen: musique, théâtre, société  

Internationale Konferenz, Köln und Paris, 19.-22. Juni 2019

Köln: Hochschule für Musik und Tanz Köln / Universität zu Köln, 19./20. Juni 2019 

Paris: Opéra-Comique, 21./22. Juni 2019


Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Matthias Brzoska (Essen), Kevin Clarke (Amsterdam), Emmanuelle Delattre (Valenciennes),Mark Everist (Southampton), Anaïs Fléchet (Versailles), Albert Gier (Bamberg), Alexander Grün (Frankfurt), Philippe Gumplowicz (Evry), Peter Hawig (Rheine), Arnold Jacobshagen (Köln), Jacobo Kaufmann (Jerusalem), Anna Langenbruch (Oldenburg), Roxane Martin (Metz), René Michaelsen (Köln), Klaus Wolfgang Niemöller (Köln), Anatol Riemer (Frankfurt am Main), Serge Salaün (Paris), Stefan Schmidl (Wien), Laure Schnapper (Paris), Herbert Schneider (Saarbrücken), Dieter David, Scholz (Berlin), Stephanie Schroedter (Heidelberg), Ralf-Olivier Schwarz (Frankfurt), Laurence Senelick (Boston), Richard Sherr (Northampton, MA), Yannick Simon (Rouen), Mário Vieira de Carvalho(Lissabon), Michael Werner (Paris), Jean-Claude Yon (Versailles), Gesa Zur Nieden (Mainz) u.a.
 

Wissenschaftliche Leitung

Arnold Jacobshagen (Köln), Jean-Claude Yon (Paris), Ralf-Olivier Schwarz (Frankfurt)

 

Rossini after Rossini: Musical and Social Legacy


 

Das Centro Studi Opera Omnia Luigi Boccherini in Lucca organisiert das Symposium "Rossini after Rossini: Musical and Social Legacy (1868-1918)", das in Lucca, Complesso Monumentale di San Micheletto, vom 19.-21.Oktober 2018 stattfinden wird.

Rossinis Einfluss auf seine Zeitgenossen ist bereits Gegenstand zahlloser Essays, Veranstaltungen und Veröffentlichungen geworden. Die Geschichte dieses langen Komponistenlebens (1792-1868) und ihrer Rezeption ist oft erzählt worden. Standen dabei zunächst vor allem musikalische Verbindungen im Vordergrund (Paganini, Giuliani, Mercadante, Schubert, Donizetti, Bellini, Auber, Meyerbeer, Verdi, Offenbach, Bizet, um nur einige zu nennen), so treten in jüngerer Zeit auch immer stärker die literarischen, philosophischen und politischen Dimensionen von Rossinis Ausstrahlung ins Zentrum der Aufmerksamkeit (z.B. Stendhal, Balzac, Schopenhauer, Mazzini). 

Weniger oft wurde dagegen Rossinis Nachwirken im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert untersucht. Anlässlich des Gedenkens an den 150. Todestag des Komponisten fokussiert die Tagung in Lucca die ersten 50 Jahre nach Rossinis Tod, ehe seit den frühen 1920er Jahren mit der ersten sogenannten "Rossini-Renaissance" wieder ein verstärktes philologisches Interesse an seiner Musik und an der Aufführung seiner Werke einsetzte, woraus sich auch ein besseres Verständnis für seine komplexe Persönlichkeit ergab. 

International Symposium, 19.-21. Oktober 2018

Centro Studi Opera Omnia Luigi Boccherini (Lucca)

Programmkommittee

Lorenzo Frassà (Lucca), Federico Gon (Wien), Roberto Illiano (Lucca), Arnold Jacobshagen (Köln), Fulvia Morabito (Lucca), Massimiliano Sala (Lucca)





Prof. Dr. Arnold Jacobshagen   Institut für Historische Musikwissenschaft   Hochschule für Musik und Tanz Köln   Unter Krahnenbäumen 87   50668 Köln